Gartenbonsai – Hintergründe der Bonsaikunst

Berg-Kiefer Pinus mugo 'Gnom'

Berg-Kiefer Pinus mugo 'Gnom'

Als Bonsai wird eine fernöstliche, sehr alte Gartenkunst bezeichnet, deren Anfänge in der frühen Han- Dynastie (206- 220 n. Chr.) des Kaiserreiches China liegen. Bonsai bedeutet so viel wie „Landschaft in der Schale“. Die traditionelle Bonsaikunst versucht, eine Harmonie zwischen der belebten Natur, den Naturelementen und dem Menschen herzustellen. Sie bedient sich dabei des gezogenen und geformten Miniaturbaumes als Symbol für die Natur, des Steins als Symbol für die Naturelemente und der Schale für die symbolische Darstellung des Menschen. Mit Hilfe von Drahten und Schnuren werden die Äste des Bonsai in die gewünschte Wuchsrichtung gelenkt. Bonsai- Bäume können bei guter und richtiger Pflege mehrere hundert Jahre alt werden.

Allgemeines zum Gartenbonsai

Mittlerweile hat sich die Bonsaikultur immer weiter ausgebreitet und auch leicht verändert. So gibt es Bonsai, der besser in der Wohnung wächst und solcher, der sich im Außenbereich wohl fühlt. Gartenbonsai sind winterharte Gehölze, die in große Gefäße oder direkt ins Freiland gepflanzt werden können. Die Pflanzzeit für Bonsai mit Wurzelballen liegt zwischen September und Ende April. Wer sich für Containerware entscheidet, kann, solange der Boden nicht gefroren ist, ganzjährig pflanzen. Nach dem Einpflanzen muss der Gartenbonsai tüchtig angegossen werden. Eine Kompost- oder Torfgabe begünstigt das Wachstum.
Besonders gut lassen sich Kiefer, Eiche Weide, Ahorn, Ulme und Azalee zu Miniaturbäumchen formen. Mit Geduld, Experimentierfreude und dem nötigen Hintergrundwissen entstehen nach und nach natürliche Kunstwerke, die für jeden Garten eine Bereicherung darstellen.

Standort und Pflege

Welcher Standort tatsächlich infrage kommt, richtet sich stets nach den Wachstumsbedingungen des ausgewählten Gehölzes. Der Gartenbonsai benötigt einen humusreichen, durchlässigen Boden und bevorzugt in der Regel wind- und regengeschützte, sonnige bis halbschattige Standorte. Günstig ist der Platz unter einem Dachüberstand. Wichtig ist regelmäßiges Gießen. Jedoch sollte Staunässe vermieden werden, da es sonst schnell zu Fäulnisbildung kommen kann. Das Überwintern des Gartenbonsai im Freiland stellt kein Problem dar. Lediglich der Wurzelbereich des Bäumchens sollte bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mit Laub oder Torf abgedeckt werden, um die Wurzeln vor Frost zu schützen. Die unmittelbare Umgebung des Bonsai sollte möglichst unkrautfrei gehalten werden.

Zur Kräftigung des Bonsai- Baumes und als Wachstumsanregung ist ein regelmäßiger Schnitt erforderlich. Nur dann treibt der Bonsai immer wieder kräftig aus. Für den wichtigen Formschnitt werden eine scharfe Schere, eine Zange und Draht benötigt. Gedrahtet wird allerdings nur wenn der Bonsai sich gut und kräftig entwickelt und robuste Astwerk ausgebildet hat.

Gnomenzwergkiefer

Die Gnomenzwergkiefer (Pinus mugo ´Gnom´) gehört zu der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae) und ist ein frosthartes, dichtes Gehölz mit dunkelgrüner Benadlung. Der kleine, mehrstämmige, strauchähnlicher Baum gedeiht an hellen, sonnigen und auch halbschattigen Standorten. Er ist fürs Freiland geeignet und sieht in Stein- und Heidegärten sehr reizvoll aus.

Blaue Mädchenkiefer

Die zu der Familie der Kiefergewächse (Pinaceae) gehörende blaue Mädchenkiefer (Pinus parviflora´Glauca´) ist eine winterharte, immergrüne Pflanze. Sie besitzt silbrig schimmernde, blaugrüne Nadeln, die pinselartig am Ende der Zweige angeordnet sind. Die blaue Mädchenkiefer bevorzugt einen windgeschützten, sonnigen Standort, gedeiht aber auch an schattigen Plätzen. Sie sollte nie völlig austrocknen, verträgt allerdings keine Staunässe.

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