Gartenbonsai – Ein Hauch Fernost in Ihrem Garten

Buchsbaum Pyramide
Die geheimnisvolle Gartenkunst aus Fernost lässt die Menschen über die per Zauberhand auf Miniaturgröße geschrumpften Eichen, Weiden oder Obstbäumen staunen, die es schaffen, in einem Gefäß zu gedeihen, in dem ihre Wurzeln kleingehalten werden. Gartenbonsais sind größer und auch viel robuster als ihre bekannten “Zimmergenossen”. Klein-, zwergwüchsige oder geformte Gartengehölze werden von Spezialisten jahrelang sorgfältig betreut, gestaltet und gezogen.
Die ausgesuchten Großgehölze im Miniaturformat für Kleingärten zu gestalten, ist eine Kunstrichtung, die in Japan und China seit Jahrhunderten gepflegt wird. Das Ziel der Bonsai-Kunst ist, die Schönheit und Majestät der alten Bäume, die seit Jahrzehnten oder vielleicht Jahrhunderten der rauen Natur Stand hielten, nachzuempfinden. Die Bonsai-Meister geben den Pflanzen eine idealisierte Grundform nach dem Muster der Natur. Jahrzehntelange Pflege und regelmäßiger Schnitt verleihen den Pflanzen ihren unverwechselbaren Charakter und starke Ausdruckskraft.
Verwendungsmöglichkeiten für Garten-Bonsai
Interessant gewachsene Zwerge wie Wacholder, Buchsbaum, Kiefer oder Eibe verdanken ihre außergewöhnlichen Formen dem Formschnitt erfahrener Baumschulgärtner und lassen sich sehr harmonisch zum Beispiel in eine fernöstliche Gartengestaltung einfügen. Auch aus gewöhnlichen Bergkiefern lassen sich per Formschnitt wunderschöne Gartenbonsais gestalten, die hinsichtlich Boden und Klima anspruchslos sind.
Die Bäumchen mit hoher Ausdruckskraft benötigen Raum und sollten mit Überlegung platziert werden, um zu ihrer vollen Wirkung zu kommen! Die Bonsai-Kunstwerke können zum Beispiel auf ruhigen grünen Flächen platziert werden oder aus den modellierten Landschaften herauswachsen. Sie lassen sich wunderbar mit starken Blütenfarben kombinieren oder mit dem Laub vom japanischen Ahorn oder Bambus Kontraste setzen. Weniger ist mehr – Reduzierung und ästhetisches Feingefühl beim gesamten Gartenkonzept führen zu sehr eindrucksvollen Gestaltungsergebnissen.
Diese geformten Kleinbäume ermöglichen, sehr schöne Landschaftsgärten auch auf kleinstem Raum zu gestalten. Gartenbonsais können auch in Miniatur-Landschaften eingesetzt werden, so wie es von Alpengärten bekannt ist. In Verbindung mit großen und kleinen Natursteinen, Alpenstauden und langsam wüchsigen Gehölzen, Hecken können wunderschöne kleine Gärten geschaffen werden.
Formschnitt und Pflege
Für einen fachgerechten Bonsai-Formschnitt braucht man eine besonders scharfe, idealerweise spezielle Bonsai-Schere, eine Zange und etwas Draht. Das unterste Drittel des Bonsais sollte frei von Ästen sein. Der Draht, mit dem die Äste gebogen und festgebunden werden, kann nach circa 3 bis 6 Monaten wieder entfernt werden, abhängig von dem Form- und Gestaltungswunsch. In der Bonsai-Kunst haben sich mit der Zeit verschiedene Gestaltungsformen herausgebildet, so wie die streng aufrechte Form oder die locker aufrechte Form, Kaskaden- oder Literatenform. Die letzte zeichnet sich durch einen geschwungenen, dünnen Stamm mit wenigen, spährlich belaubten Ästen aus. Durch das regelmäßige Schneiden des Neuaustriebs des Bonsais erhalten die Bäume ihr unverwechselbares Aussehen. Jede Baumart braucht speziell auf sie zugeschnittene Pflege. Satsuki-Azaleen zum Beispiel überraschen von Mai bis zum Juli mit einem echten Blütenmeer. Damit es auch so bleibt, dass die neuen Blüten jedes Frühjahr erscheinen, sollten diese Pflanzen im August mit speziellem Bonsai-Dünger für Azaleen genährt und fit für den Winter gemacht werden. Wenn die Bonsai-Azalee ausgeblüht ist, können Sie unbesorgt den Formschnitt durchführen.
Immergrüne Pflanzen müssen alle 4-5 Jahre in ein neues Gefäß umgepflanzt werden. Ihr Wurzelballen muss nach Durchwurzelung der Erde auf circa ein Drittel zurückgeschnitten werden. Junge Nadel- und Laubbäume brauchen einen neuen Topf jedes Jahr vor dem Austreiben, ältere Bäume alle 2 Jahre. Gartenbonsai bevorzugen windgeschützte Standorte im Halbschatten. Gegossen wird ausgiebig, aber vorsichtig, mit nicht zu starkem Wasserstrahl.